Vincent Kompany hat vor der möglichen Meisterentscheidung in der Bundesliga die Prioritäten beim FC Bayern klar benannt: Eine große Feier soll es vorerst nicht geben. Der Trainer betonte, dass alle im Team damit leben könnten, mit dem Jubel noch etwas zu warten. Der Grund: Neben der praktisch greifbaren Meisterschaft haben die Münchner weiterhin auch den DFB-Pokal und die Champions League fest im Blick.
Die Ausgangslage vor dem 30. Spieltag ist überschaubar: Gewinnt Bayern am Sonntagabend gegen den VfB Stuttgart mehr Punkte als Borussia Dortmund tags zuvor in Hoffenheim holt, ist der 35. Meistertitel rechnerisch perfekt. Sollten beide Teams gleich viele Zähler sammeln, hätten die Münchner bei dann zwölf Punkten Vorsprung und dem deutlich besseren Torverhältnis weiter eine hervorragende Ausgangsposition für die letzten vier Spiele.
Triple wichtiger als eine vorgezogene Meisterfeier
Kompany zeigte sich erfreut darüber, dass auch innerhalb der Mannschaft der Fokus klar auf den kommenden Aufgaben liegt. Nach dem Stuttgart-Spiel richte sich der Blick sofort auf Leverkusen – unabhängig davon, wie die Partie in der Liga ausgeht. Bereits drei Tage später steht bei Bayer Leverkusen das Halbfinale im DFB-Pokal an, ehe wenige Tage danach das Hinspiel im Champions-League-Halbfinale bei Paris Saint-Germain folgt.
Der Bayern-Coach machte deutlich, dass am Saisonende zwar hoffentlich gefeiert werde, Umfang und Anzahl der Feierlichkeiten aber erst noch verdient werden müssten. Deshalb sei Geduld aktuell kein Problem.
Bayern bleiben bei möglicher UEFA-Strafe gelassen
Nach dem spektakulären 4:3 gegen Real Madrid gehen die Münchner mit viel Selbstvertrauen in das anstehende Duell mit Titelverteidiger PSG. Wegen der Vorfälle rund um die Fans im Spiel gegen Madrid laufen zwar UEFA-Ermittlungen, doch bei den Verantwortlichen hält sich die Sorge in Grenzen. Sportdirektor Christoph Freund erklärte, man rechne nicht mit einer besonders harten Sanktion.
Eine mögliche Strafe – im schlimmsten Fall sogar eine Sperre der Südtribüne – wäre für die Stimmung im Verein ein Rückschlag. Sportlich sieht es dagegen derzeit sehr gut aus: Laut Kompany stehen bis auf die Talente Lennart Karl und Tom Bischof sowie Ersatzkeeper Sven Ulreich alle Spieler für die entscheidende Saisonphase zur Verfügung.
Spiel gegen Stuttgart als Chance für Reservisten
Angesichts der dichten Wochen will Bayern gegen Stuttgart wohl rotieren. Kompany kündigte an, den Kader nutzen zu müssen – und sieht darin zugleich eine Gelegenheit für Spieler aus der zweiten Reihe. Solche Partien seien eine Bühne für diejenigen, die sich für größere Aufgaben empfehlen wollen.
Wer gegen Stuttgart überzeugt, kann sich nicht nur als wertvolle Hilfe auf dem Weg ins Finale präsentieren, sondern vielleicht auch für einen Einsatz in einem Endspiel ins Gespräch bringen. Genau dieser interne Konkurrenzkampf ist für Kompany ein wichtiger Teil der aktuellen Bayern-Stärke.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion