Politik

Iran nimmt angekündigte Lockerung in der Straße von Hormus zurück

Keine 24 Stunden ist die Zusage des Irans alt, die Straße von Hormus zu öffnen, da wird sie wieder zurückgenommen. Die neue Ankündigung verdeutlicht, wie unberechenbar die Lage trotz Waffenruhe ist.

18.04.2026, 10:36 Uhr

Der Iran hat die erst vor einem Tag verkündete Öffnung der Straße von Hormus wieder aufgehoben. Nach Angaben eines Sprechers des Generalstabs der Streitkräfte, über die die Nachrichtenagentur Fars berichtete, begründet Teheran den Schritt mit der fortgesetzten US-Blockade iranischer Häfen.

Laut der Erklärung hatte der Iran lediglich einer überwachten Passage für eine begrenzte Zahl von Öl- und Handelsschiffen zugestimmt. Da die Vereinigten Staaten ihre Maßnahmen jedoch nicht beendet hätten, gelte nun wieder der vorherige Status: Die strategisch bedeutende Meerenge steht erneut unter strenger Kontrolle der iranischen Streitkräfte. Daran werde sich nichts ändern, solange Schiffe aus dem Iran und auf dem Rückweg dorthin nicht wieder frei verkehren könnten.

Iran verweist auf frühere Warnungen

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor auf Truth Social erklärt, die Blockade bleibe bestehen, bis die Vereinbarungen mit dem Iran vollständig umgesetzt seien.

Daraufhin hatte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf betont, dass die Straße von Hormus nicht offen bleiben werde, falls die US-Maßnahmen gegen iranische Häfen andauerten.

Kaum Bewegung trotz Freigabe

Schon nach der Freigabeankündigung vom Freitag war keine schnelle Rückkehr zum normalen Schiffsverkehr erkennbar. Nach Angaben von CNN, die sich auf Verkehrsdaten stützen, durchquerten seit der offiziellen Mitteilung aus Teheran lediglich fünf Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff die Meerenge. Öltanker wurden demnach keine registriert.

Der Schifffahrtsexperte John-Paul Rodriguez von der Texas A&M University sieht die Ursache in widersprüchlichen Signalen zur Sicherheitslage. Gegenüber Al Jazeera sagte er, mehrere Schiffe hätten zwar versucht, die Meerenge zu passieren, viele davon aber offenbar wieder umgedreht. Solange unklar bleibe, ob die iranischen Beschränkungen tatsächlich aufgehoben seien, dürften große Reedereien nur zögerlich reagieren.

Politische Aussagen und Realität klaffen auseinander

Der Iran hatte die Wasserstraße nach Beginn der militärischen Konfrontation mit Israel und den USA am 28. Februar 2026 geschlossen. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Freitag im Zusammenhang mit der Waffenruhe, die Passage sei für den Handel wieder freigegeben. Diese Erlaubnis war jedoch an Bedingungen geknüpft: Schiffe sollten eine Genehmigung der Revolutionsgarden einholen und sich an festgelegte Routen halten. Offen blieb zudem, ob Gebühren erhoben werden.

Der Analysedienst Kpler schrieb auf X, dass die öffentlichen Ankündigungen beider Seiten deutlich von der tatsächlichen Lage auf See abwichen. Bis sich der Verkehr normalisiere und das Vertrauen der Versicherer zurückkehre, könnten nach Einschätzung der Experten noch Monate vergehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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