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Asiatische Tigermücke breitet sich in Bayern weiter aus

Sie sticht tagsüber, kann Viren übertragen und fühlt sich mittlerweile auch im Freistaat wohl. Wie lässt sich die Plage eindämmen?

19.04.2026, 04:00 Uhr

Die Asiatische Tigermücke fasst in Bayern zunehmend Fuß. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) haben sich inzwischen auch in Nürnberg sowie in den Landkreisen Forchheim und Wunsiedel dauerhafte Bestände gebildet. Bereits seit Längerem gibt es etablierte Vorkommen in Fürth, München und Würzburg. Darüber hinaus wurden im vergangenen Jahr einzelne Exemplare in acht weiteren Städten und Landkreisen nachgewiesen.

Als etabliert gilt eine Population laut LGL dann, wenn sie den Winter übersteht. Die auffällig schwarz-weiß gestreifte Mücke stammt ursprünglich aus tropischen Regionen und kam über den Waren- und Reiseverkehr nach Europa. Durch steigende Temperaturen kann sie sich mittlerweile auch in Deutschland besser ansiedeln. Das Landesamt geht deshalb davon aus, dass ihre Verbreitung in Bayern weiter zunehmen wird.

Tigermücke kann Viren übertragen

Im Mittelpunkt steht die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) nicht nur deshalb, weil sie im Gegensatz zu vielen heimischen Arten auch tagsüber sticht und als besonders angriffslustig gilt. Sie kann auch Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren übertragen. Nach Einschätzung des LGL tragen die in Deutschland vorkommenden Tiere diese Erreger normalerweise jedoch nicht. Ein Stich sei daher hierzulande zunächst kein Grund zur Beunruhigung.

Das Risiko könne aber steigen, wenn sich die Mücke weiter ausbreitet und Erreger von infizierten Reiserückkehrern auf andere Menschen übertragen werden. Aus diesem Grund hält das LGL Gegenmaßnahmen für wichtig.

Behörden setzen Monitoring fort

Zur Beobachtung der Entwicklung führt das LGL auch in diesem Jahr wieder ein Stechmücken-Monitoring durch. Zwischen Mai und Oktober werden dafür Fallen im Landkreis Rosenheim sowie in Passau und Memmingen aufgestellt.

Zudem unterstützt das Landesamt Kommunen, in denen Tigermücken entdeckt werden. Es hilft bei der Überprüfung der Funde und beim Aufbau eines eigenen Monitorings. Städte wie Fürth und München haben entsprechende Systeme bereits eingerichtet.

Bevölkerung soll mithelfen

Eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der invasiven Art spielt nach Angaben des LGL auch die Bevölkerung. Die Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt in kleinen Wasseransammlungen ab. Deshalb sollten etwa Blumentopf-Untersetzer und Gießkannen regelmäßig geleert, Regentonnen abgedeckt und das Wasser in Vogeltränken oder Planschbecken häufig erneuert werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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