Amazon stärkt seine Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Anthropic mit einer weiteren Investition in Milliardenhöhe. Zunächst sollen 5 Milliarden US-Dollar in den Entwickler des Chatbots Claude fließen. In späteren Ausbaustufen könnte das Engagement um bis zu 20 Milliarden US-Dollar steigen.
Parallel dazu will Anthropic beim Training seiner KI-Modelle auf Amazons eigene Trainium-Chips setzen. Nach Unternehmensangaben plant der Claude-Anbieter, in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Halbleiter und Rechenkapazität von Amazon auszugeben. Über seine Cloud-Tochter AWS ist Amazon bereits heute der größte Cloud-Anbieter weltweit. Schon zuvor hatte der Konzern insgesamt 8 Milliarden US-Dollar in Anthropic investiert.
Im Spannungsfeld zwischen Regierung und Hochsicherheitstechnologie
Anthropic, das als wichtiger Konkurrent von OpenAI gilt, sorgte zuletzt mehrfach für Aufmerksamkeit. Das Unternehmen hielt trotz erheblichem Druck an der Position fest, dass seine KI-Modelle nicht für autonome Waffensysteme und nicht zur Massenüberwachung innerhalb der USA eingesetzt werden sollen. Daraufhin stufte das Pentagon Anthropic als mögliches Risiko für Lieferketten ein. Diese Einschätzung könnte den Einsatz der Software in US-Behörden deutlich erschweren. Anthropic geht juristisch dagegen vor.
Gleichzeitig zeigte sich zuletzt, welchen strategischen Wert die Technik des Unternehmens für die US-Regierung haben könnte. Ein neues Modell namens Claude Mythos Preview soll Sicherheitslücken in Software aufspüren, die teils über Jahrzehnte unentdeckt geblieben sind. Damit hätte die Technologie in missbräuchlicher Nutzung das Potenzial zu einer gefährlichen Cyberwaffe. Zugleich könnte sie Behörden helfen, eigene Systeme besser abzusichern und Schwachstellen in ausländischer Software für nachrichtendienstliche Zwecke zu erkennen. Eine öffentliche Freigabe von Mythos Preview ist laut Anthropic derzeit nicht geplant.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion