Vincent Kompany hätte seine Botschaft vor dem DFB-Pokal-Halbfinale auch mit zwei Zahlen erklären können: 9 und 600. Bayern-Offensivspieler Jamal Musiala, der sich nach einer langen Verletzungspause Schritt für Schritt zurückkämpft, hat in zuletzt nur rund 600 Einsatzminuten bereits wieder neun direkte Torbeteiligungen gesammelt. Für den Bayern-Coach ist das ein deutliches Zeichen: Der Nationalspieler nähert sich wieder seiner früheren Klasse an.
Für den FC Bayern kommt diese Entwicklung vor dem Halbfinale bei Bayer Leverkusen am Mittwochabend (20.45 Uhr/ZDF und Sky) genau zur richtigen Zeit. Auch mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft und die anstehende Weltmeisterschaft ist Musialas Formanstieg ein positives Signal.
Musiala rückt nach Gnabry-Ausfall noch stärker in den Mittelpunkt
Zusätzliche Bedeutung bekommt Musiala auch deshalb, weil Serge Gnabry wegen einer schweren Verletzung wohl für den Rest der Saison ausfällt. Damit stellt sich die Frage, ob Musiala diese Lücke sofort schließen kann. Der 23-Jährige hatte zuletzt noch eingeräumt, dass er die Folgen seines Wadenbeinbruchs aus dem vergangenen Sommer nach intensiven Belastungen weiterhin spüre.
Kompany zeigt sich jedoch zuversichtlich. Nach seiner Einschätzung ist Musiala körperlich inzwischen wieder fast auf höchstem Niveau. Das betreffe nicht nur Kraft und Fitness, sondern auch seine Laufintensität, sein Pressing und die Fähigkeit, Zweikämpfe anzunehmen.
Kompany wartet auf den „alten Zauber“
Für den Trainer bleibt nun vor allem eine Frage offen: Wann ist der Moment erreicht, in dem Musiala wieder mit jener spielerischen Leichtigkeit auftritt, für die er bekannt ist? Kompany ist überzeugt, dass dieser Zeitpunkt kommen wird.
Beim 4:2 gegen den VfB Stuttgart ließ Musiala sein Können bereits aufblitzen und bereitete dabei auch den zwischenzeitlichen Ausgleich vor. Mit dem Sieg machte Bayern zudem den Gewinn der Meisterschaft perfekt.
Kompany ist überzeugt, dass Musiala nicht mehr viel fehlt. Wenn die völlige Freiheit in seinem Spiel zurückkomme, könne sogar eine noch weiterentwickelte Version des Offensivkünstlers entstehen.
Schweres Pokalspiel in Leverkusen erwartet
Um neben der Meisterschaft auch im DFB-Pokal und international erfolgreich zu sein, braucht Bayern einen Musiala in Bestform. Der nächste Schritt auf dem Weg zu möglichen weiteren Titeln führt nach Leverkusen. Kompany erwartet dort erneut ein intensives und umkämpftes Spiel.
Schon in seiner ersten Saison in Deutschland musste er erleben, wie Bayer Leverkusen die Münchner im Achtelfinale aus dem Wettbewerb warf. Damals spielten die Bayern nach einer Roten Karte gegen Manuel Neuer fast die gesamte Partie in Unterzahl. Von Revanche will Kompany dennoch nicht sprechen. Klar ist aber: Motivation ist reichlich vorhanden, zumal Bayern seit 2020 nicht mehr im Pokalfinale in Berlin stand.
Kane betont Bedeutung des Wettbewerbs
Auch Harry Kane unterstrich, wie wichtig der Pokal für den Verein ist. Es sei aus seiner Sicht viel zu lange her, dass Bayern diesen Titel geholt habe. Der englische Torjäger hofft ebenso wie mehrere Mitspieler und der Trainer auf einen Auftritt im Finale in Berlin.
Bayern in Form, Leverkusen mit Problemen
Die Rollen vor dem Spiel scheinen auf den ersten Blick klar verteilt: Bayern präsentiert sich derzeit stark, während Leverkusen eine bislang enttäuschende Saison erlebt und nur drei seiner vergangenen zwölf Pflichtspiele gewinnen konnte. Trotzdem wollen die Münchner daraus keinen Vorteil ableiten.
Sportvorstand Max Eberl warnte davor, den Gegner zu unterschätzen. Leverkusen spiele deutlich unter seinen Möglichkeiten. In einem K.-o.-Spiel zähle jedoch ohnehin nur eines: weiterkommen oder ausscheiden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion