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Blume kündigt weiteren Abbau von VW-Produktionskapazitäten an

Volkswagen nennt die alte Volumenplanung unrealistisch und will weltweit eine Million Autos weniger bauen. Was das für Jobs und Standorte bedeutet, bleibt vorerst offen.

21.04.2026, 11:40 Uhr

Der Volkswagen-Konzern plant wegen der angespannten Lage auf den weltweiten Automärkten einen weiteren deutlichen Abbau seiner Fertigungskapazitäten. Konzernchef Oliver Blume sagte dem Manager Magazin, derzeit werde geprüft, die Produktionsmöglichkeiten um bis zu eine weitere Million Fahrzeuge zu verringern. Damit würde VW von bislang mehr als zwölf Millionen auf langfristig rund neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr kommen.

Diese Anpassungen betreffen laut Blume Standorte auf der ganzen Welt. In China sowie in Europa habe Volkswagen die Kapazitäten bereits jeweils um rund eine Million Fahrzeuge reduziert. In Europa seien vor allem die Kernmarke VW Pkw und die Tochter Audi betroffen gewesen.

Blume hält frühere Mengenplanungen für nicht mehr realistisch

Blume betonte, dass dauerhafte Überkapazitäten für den Konzern keine tragfähige Lösung seien. Angesichts der heutigen Marktbedingungen und des verschärften Wettbewerbs seien frühere Planungen bei den Produktionsmengen nicht mehr passend. Ob dafür auch Werksschließungen notwendig werden, sei bislang allerdings noch nicht entschieden.

Nach seinen Worten gibt es aus Sicht des Unternehmens sinnvollere Wege, als sofort Standorte zu schließen. Als Beispiel nannte er das Werk in Osnabrück, wo die Produktion von VW-Fahrzeugen im kommenden Jahr auslaufen soll. Diese Entscheidung sei bereits 2024 gefallen. Für den Standort werde unter anderem mit Rüstungsunternehmen gesprochen, um dort möglicherweise neue Fertigung anzusiedeln und Beschäftigte zu übernehmen. Konkrete Vereinbarungen gibt es dazu aber noch nicht.

Blume erklärte außerdem, Volkswagen verfolge einen klaren Plan, um Kapazitäten in sozialverträglicher Form zurückzufahren. Im Zuge des laufenden Sparprogramms werden bei der Kernmarke sowie insbesondere bei Audi und Porsche in Deutschland insgesamt rund 50.000 Stellen gestrichen.

VW prüft nach Angaben des Konzernchefs sämtliche Kostenblöcke

Nach Einschätzung Blumes reicht das aktuelle Gewinnniveau nicht aus, um die notwendigen Investitionen in neue Modelle und Technologien auf Dauer abzusichern. Weitere Einschnitte beim Personal schloss er deshalb nicht ausdrücklich aus. Es sei die Pflicht des Managements, alle Ausgaben genau zu überprüfen. Man schaue sich sämtliche Kostenpositionen an, sagte Blume, und das sei ein zentraler Teil der Verantwortung für das Unternehmen.

Zur Einordnung verwies der VW-Chef darauf, dass die Werke des Konzerns im Jahr 2019 noch auf eine Jahresproduktion von zwölf Millionen Fahrzeugen ausgelegt gewesen seien. Seit der Corona-Pandemie liege der Durchschnitt jedoch nur noch bei etwa neun Millionen Fahrzeugen — und das in deutlich veränderten Märkten.

Auch in den USA werden weitere Optionen ausgelotet. Dort prüft Volkswagen, ob Audi die im Aufbau befindliche Fabrik der Elektromarke Scout mitnutzen könnte. Eine endgültige Entscheidung dazu steht laut Blume aber noch aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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