Lokales

FSB berichtet über Festnahme einer Deutschen wegen mutmaßlicher Anschlagspläne

Moskau wirft ukrainischen Geheimdiensten immer wieder vor, Anschläge in Russland zu planen und auszuführen. Jetzt meldet der FSB die Festnahme einer Deutschen – und erhebt schwere Vorwürfe.

20.04.2026, 13:06 Uhr

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben eine deutsche Staatsbürgerin unter Terrorverdacht festgenommen. Die 1969 geborene Frau soll im Auftrag ukrainischer Geheimdienste einen Anschlag in Pjatigorsk in der nordkaukasischen Region Stawropol vorbereitet haben. Als Ziel habe laut FSB eine Einrichtung der russischen Strafverfolgungsbehörden gegolten. Eine unabhängige Bestätigung der Vorwürfe gibt es bislang nicht.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es auf Anfrage lediglich, man habe entsprechende Medienberichte registriert. Wegen des Schutzes persönlicher Daten äußere sich das Ministerium grundsätzlich nicht zu Einzelfällen. Deutsche Staatsangehörige in Haft hätten jedoch Anspruch auf konsularische Unterstützung.

Nach Darstellung des FSB wurde in dem Rucksack der Verdächtigen ein selbst gebauter Sprengsatz gefunden und unschädlich gemacht. Die Sprengkraft habe etwa 1,5 Kilogramm TNT entsprochen. Die Frau sei demnach in der Nähe der betroffenen Einrichtung in Pjatigorsk aufgegriffen worden.

Staatsfernsehen zeigt Video der Verdächtigen

Das russische Staatsfernsehen verbreitete ein rund zwei Minuten langes Video des FSB. Darin ist eine Frau mit unkenntlich gemachtem Gesicht zu sehen, die fließend und ohne erkennbaren Akzent Russisch spricht. Sie sagt, seit 1995 die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen und sich seit 2022 in Russland aufzuhalten.

Weiter erklärt sie, in diesem Monat habe ihr jemand mit ukrainischem Akzent im Internet eine hohe Geldsumme angeboten, wenn sie eine Tasche mit einem Sprengsatz an einer Polizeiwache deponiere. Darauf sei sie eingegangen. Ob die Frau zusätzlich auch die russische Staatsbürgerschaft besitzt, blieb offen.

Ein weiterer Verdächtiger, ein 1997 geborener Mann aus Zentralasien, wurde laut FSB ebenfalls festgenommen. Er soll die Bombe in den frühen Morgenstunden per Fernzündung zur Explosion bringen wollen, um möglichst viele Uniformierte zu töten. Nach Angaben des Geheimdienstes wäre dabei auch die Frau selbst ums Leben gekommen. Beide Beschuldigten hätten Geständnisse abgelegt. Den Sprengsatz sollen sie demnach aus einem Versteck erhalten haben, das ukrainischen Geheimdiensten zugerechnet werde.

Im Falle einer Verurteilung droht lange Haft

Der FSB wirft der Deutschen zudem vor, schon seit Längerem in kriminelle Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein und bei Betrugsdelikten gegen russische Staatsbürger mitgewirkt zu haben. Im Fall einer Verurteilung drohen beiden Verdächtigen langjährige Haftstrafen, möglicherweise sogar lebenslang.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat es in Russland wiederholt Attentate, Explosionen und andere Angriffe gegeben, bei denen sowohl Zivilisten als auch Angehörige von Sicherheitsbehörden getötet wurden. Der FSB meldet regelmäßig vereitelte Anschlagspläne und Festnahmen von Personen, denen Taten im Auftrag ukrainischer Geheimdienste vorgeworfen werden. In seiner Mitteilung behauptete der Geheimdienst außerdem, die Ukraine verstärke derzeit die Rekrutierung ausländischer Staatsbürger, auch aus EU-Staaten, für solche Anschläge.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen