Baden-Württemberg

Bayern feiern vorzeitig den Titel: „Extrem speziell“ nach Torfestival gegen Stuttgart

Was für eine Woche für den FC Bayern. Erst der Champions-League-Erfolg gegen Real Madrid, dann der vorzeitige Gewinn der 35. Meisterschaft. Doch es gibt einen Wermutstropfen.

19.04.2026, 19:54 Uhr

Vincent Kompany riss nach dem feststehenden Gewinn der 35. deutschen Meisterschaft die Arme hoch und herzte seine Spieler. Harry Kane und seine Teamkollegen streiften sich weiße Meistershirts über, auf denen ein Kakadu zu sehen war – seit den Feiern im Jahr 2025 eine skurrile Kultfigur beim FC Bayern. Auf der Tribüne prosteten Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer einander mit Bier zu, später wurde auch mit den Fans vor der Südkurve gefeiert.

"Es fühlt sich großartig an. Für solche Momente arbeitet man lange, und dann muss man sie auch genießen", sagte Kompany bei DAZN. Joshua Kimmich sprach von einem "extrem speziellen" Erfolg: "Vor allem, weil wir in dieser Bundesliga-Saison sehr stark gespielt haben. Die Art und Weise macht es besonders."

Trotz des Verletzungsschocks um Serge Gnabry nutzten die Münchner am 30. Spieltag die Dortmunder Niederlage und machten mit dem 4:2 (3:1) gegen den VfB Stuttgart den ersten Schritt ihrer Triple-Ambitionen perfekt. "Wir hatten diesmal keine großen Schwankungen, sondern waren sehr konstant", sagte Kimmich. "Das gelingt auf diesem Niveau nicht oft. Deshalb sind wir sehr stolz."

Neuer zieht mit Müller gleich

Auch mit umfangreicher Rotation blieb Bayern souverän. Kompany wechselte auf acht Positionen und feierte dennoch bereits seinen 50. Sieg im 64. Bundesligaspiel als Bayern-Coach. Nach der Partie machte der Belgier klar, dass die Saison noch nicht vorbei sei: "Wir können noch mehr gewinnen. Es geht weiter."

Drei Tage vor dem DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen bekamen einige Leistungsträger eine Pause. Harry Kane kam erst nach der Halbzeit und traf dennoch wieder. Manuel Neuer erlebte seine 13. Meisterschaft von der Bank aus und zog damit mit Thomas Müller gleich. Kurz vor Schluss wurden im Innenraum bereits die Meistershirts verteilt.

Getrübt wurde die Freude nur durch die Nachricht von Gnabrys schwerer Adduktorenverletzung, die sich der Nationalspieler im Abschlusstraining zugezogen hatte. Der Offensivspieler wird laut Verein "längere Zeit" fehlen. Damit droht ihm nicht nur das Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain zu entgehen, sondern womöglich auch ein Wettlauf gegen die Zeit mit Blick auf die WM im Sommer.

Raphaël Guerreiro (31.), Nicolas Jackson (33.) und Alphonso Davies (37.) drehten die Partie noch vor der Pause, nachdem Chris Führich Stuttgart in Führung gebracht hatte (21.). Vor 75.000 Zuschauern erhöhte der eingewechselte Kane in der 52. Minute, womit Bayern seinen Torrekord in dieser Bundesliga-Saison auf beeindruckende 109 Treffer ausbaute. Chema verkürzte in der 88. Minute noch für den VfB.

Erst Rückstand, dann klare Wende

Die Ausgangslage war perfekt für die Münchner. Nach dem 1:2 von Verfolger Borussia Dortmund bot sich Bayern die erste Chance, den Titel frühzeitig perfekt zu machen – und genau das gelang. Vier Tage nach dem emotionalen Einzug ins Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid schonte Kompany zahlreiche Stars. Neben Kane und Neuer saßen zunächst auch Michael Olise und weitere Stammkräfte draußen.

Die von Kapitän Kimmich geführte Mannschaft begann allerdings mit einem kleinen Wackler. Führich nutzte auf der rechten Münchner Abwehrseite den Raum und schob den Ball an Jonas Urbig vorbei zur Stuttgarter Führung ins Tor. Uli Hoeneß verfolgte die Szene auf der Tribüne mit sichtbar gedrückter Miene.

Doch Bayern hatte Jamal Musiala. In seinem 150. Bundesligaspiel zeigte der Offensivkünstler einmal mehr seine Klasse, setzte sich stark gegen zwei Gegenspieler durch und bereitete den Ausgleich vor. Guerreiro musste den Ball praktisch nur noch über die Linie drücken.

Stuttgart bricht nach Fehlern ein

Kurz darauf leistete sich Stuttgart im Mittelfeld einen folgenschweren Ballverlust, der den Bayern-Angriff ins Rollen brachte. Jackson vollendete den Konter zur Führung und ließ sich anschließend von Vorlagengeber Luis Díaz feiern. Noch vor der Pause erhöhte Davies mit einem abgefälschten Linksschuss auf 3:1.

Nach dem Seitenwechsel brauchte Kane nicht lange, um seinen nächsten Treffer nachzulegen. Stuttgart konnte durch Chema kurz vor Schluss nur noch Ergebniskosmetik betreiben.

Eine große Feier hatte Kompany im Vorfeld zwar noch nicht sehen wollen, weil die Saison mit Pokal und Champions League noch weitere Ziele bereithält. Doch an diesem Abend war klar: Der FC Bayern ist wieder deutscher Meister.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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