Der Sänger Heino (87) hat juristische Schritte gegen eine Wahlkampfbotschaft der AfD eingeleitet. Nach Angaben seines Managers Helmut Werner wurde beim Landgericht Neuruppin im Eilverfahren eine einstweilige Verfügung beantragt.
Hintergrund ist eine Werbeaktion des AfD-Kandidaten Felix Teichner (35) in der Uckermark vor der Landratswahl an diesem Sonntag. Teichner hatte in sozialen Netzwerken geschrieben: „Am Sonntag würde Heino Felix wählen.“ Laut Werner reagierte der Politiker nicht wie gefordert mit einer unterschriebenen Unterlassungserklärung. Zusätzlich verlangt Heino 250.000 Euro Schmerzensgeld.
Heino sieht klare Grenzüberschreitung
Über seinen Manager ließ der Musiker mitteilen: „Das ist eine Unverschämtheit, und das geht zu weit.“ Mit der beantragten Verfügung soll verhindert werden, dass sein Name erneut für Wahlwerbung genutzt wird.
Teichner hatte sich nach der Aufforderung zur Unterlassung zwar als Heino-Fan bezeichnet und angekündigt, den Beitrag zu löschen. Für Heinos Management reicht das jedoch nicht aus. Werner erklärte, es bestehe weiterhin die Gefahr, dass sich ein solcher Vorfall wiederholen könne.
Teichner spricht von Überreaktion
Gegenüber Medien äußerte Teichner, man solle „die Kirche im Dorf lassen“. Die Forderung nach 250.000 Euro Schmerzensgeld könne er „sein ganzes Leben lang nicht abbezahlen“. Er betonte, den Beitrag inzwischen gelöscht und zugesichert zu haben, so etwas künftig zu unterlassen. Außerdem wolle er versuchen, persönlich mit Heino oder dessen Manager zu sprechen.
Management: Heino hat sich gegen die AfD positioniert
Nach Angaben von Werner hat sich Heino bereits öffentlich gegen die AfD ausgesprochen. Deshalb sei es nicht hinnehmbar, dass die Partei ihn für ihre Zwecke einspanne. Der Manager betonte zugleich, dass der Sänger auch gegen jede andere Partei juristisch vorgehen würde, wenn diese in ähnlicher Weise mit seinem Namen werben würde.
Vorwürfe einer rechten Nähe weist Heinos Umfeld zurück
Heino ist derzeit auf Tournee und singt bei seinen Auftritten Volkslieder sowie auch die deutsche Nationalhymne. Laut seinem Manager werde dem Sänger seit Jahrzehnten immer wieder eine politische Nähe zum rechten Spektrum unterstellt. Diese Darstellung wies Werner entschieden zurück und nannte sie „den größten Schwachsinn“. Zugleich kritisierte er, dass das Thema Heimat in Deutschland zu stark einer bestimmten politischen Kraft überlassen worden sei.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion