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Tödlicher Unfall in Berlin-Neukölln: 14-Jährige auf E-Scooter stirbt nach Kollision mit Auto

Die Teenager sind zu zweit auf dem Scooter unterwegs. Als sie die Straße überqueren, kommt es zu einem folgenreichen Zusammenstoß. Zahlen verdeutlichen die Gefahren.

18.04.2026, 17:12 Uhr

Eine Fahrt von zwei Jugendlichen auf einem E-Scooter ist in Berlin-Neukölln tragisch geendet: Eine 14-Jährige kam nach einem Zusammenstoß mit einem Auto ums Leben, ihre ebenfalls 14 Jahre alte Begleiterin erlitt schwere Kopfverletzungen.

Nach Angaben der Polizei wurden die beiden Mädchen am Freitagabend auf dem Buckower Damm zwischen Britz und Buckow von einem Wagen erfasst, als sie die Straße überqueren wollten. Zunächst hatte die „Bild“ über den Vorfall berichtet.

Die Fahrerin des Scooters musste vor Ort reanimiert werden und wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag sie jedoch ihren Verletzungen. Die zweite Jugendliche wurde ebenfalls in eine Klinik eingeliefert. Nach aktuellem Stand besteht bei ihr keine Lebensgefahr mehr.

Stand der Fahrer unter Alkoholeinfluss?

Ersten Ermittlungen zufolge waren die beiden Mädchen zunächst auf einem Radweg unterwegs. Gegen 20.45 Uhr wollten sie dann die Fahrbahn an einer Fußgängerampel überqueren. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen sie dabei bei rotem Licht gefahren sein. Der 42 Jahre alte Autofahrer konnte laut Polizei nicht mehr rechtzeitig anhalten und erfasste die Jugendlichen. Mehrere Zeugen beobachteten den Unfall.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, gibt es Hinweise darauf, dass der Autofahrer alkoholisiert gewesen sein könnte. Bei ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Sowohl das Auto als auch der E-Scooter wurden für die weiteren Ermittlungen sichergestellt.

Immer wieder schwere E-Scooter-Unfälle

Nach Polizeizahlen sind in Berlin in diesem Jahr bis zum 7. April bereits sieben Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden. Die 14-Jährige wäre damit das achte Todesopfer. Im Jahr 2023 registrierte die Polizei in der Hauptstadt insgesamt 137.373 Verkehrsunfälle, bei denen 37 Menschen starben.

Schwere Unfälle mit E-Scootern gibt es nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen deutschen Städten immer wieder. So starb Mitte März in Frankfurt am Main ein 18-Jähriger, nachdem er von einer Straßenbahn erfasst worden war. Sein gleichaltriger Mitfahrer wurde schwer verletzt.

Auch in Berlin kam es erst vor wenigen Tagen zu einem weiteren Vorfall: Laut Polizei nahm ein betrunkener Vater seine neunjährige Tochter auf einem E-Scooter mit und stürzte in Spandau. Beide wurden verletzt. Nach jüngsten Angaben gibt es in Berlin rund 70.000 E-Scooter.

Zu zweit auf dem E-Scooter trotz Verbots

Wie auch in diesen Fällen sind häufig zwei Personen gemeinsam auf einem E-Scooter unterwegs, obwohl das nicht erlaubt ist. Wer einen elektrischen Tretroller zu zweit nutzt, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern auch erhebliche Verletzungen.

Eine im vergangenen Oktober vorgestellte Studie der Björn-Steiger-Unfallforschung zeigt, dass fast die Hälfte der schweren oder tödlichen Scooter-Unfälle sogenannte Alleinunfälle waren. In 43 Prozent dieser Fälle spielte Alkohol eine Rolle. Weitere 14 Prozent wurden unter anderem durch einhändiges Fahren, Ablenkung oder starkes Bremsen verursacht.

Zahl der Unfälle steigt deutlich an

Die Untersuchung der Stiftung beruht auf der Auswertung von mehr als 10.000 E-Scooter-Unfällen in zehn Bundesländern im Zeitraum von 2021 bis 2024. Demnach stieg die Zahl der registrierten Unfälle in diesen Jahren deutlich an – von knapp 4.900 auf knapp 10.900.

Auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes weisen auf diesen Trend hin: Bundesweit nahm die Zahl der E-Scooter-Unfälle im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel auf fast 12.000 zu. 27 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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