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Private Helfer setzen Rettung des vor Poel festsitzenden Buckelwals fort

Zahlreiche Helfer sind auch am zweiten Tag vor der Ostsee-Insel Poel im Einsatz, um den gestrandeten Buckelwal zu befreien. Noch ist unklar, wann das tonnenschwere Tier mit Luftkissen angehoben wird.

17.04.2026, 16:23 Uhr

Die private Rettungsaktion für den vor der Ostseeinsel Poel gestrandeten Buckelwal läuft auch am zweiten Tag weiter. Helfer stehen in Schutzanzügen im hüfthohen Wasser, während andere den Körper des mehrere Tonnen schweren Tieres immer wieder mit nassen Tüchern feucht halten.

Am Nachmittag wurde im Hafen von Kirchdorf eine große Palette mit einer Plane angeliefert. Nach Angaben der Rettungsinitiative soll der Wal später auf dieser Plane transportiert werden. Wann dieser Schritt erfolgen kann, blieb zunächst offen. Eine Mitarbeiterin erklärte, der Zeitplan hänge vor allem vom Zustand des Tieres ab.

Schwimmgerät in Position gebracht

Ein Schwimmbagger verließ den Hafen von Kirchdorf zur Mittagszeit und nahm am frühen Nachmittag nahe dem Wal Stellung. Das Tier liegt in einer Bucht der Insel. Im Laufe des Nachmittags könnte damit begonnen werden, den Wal freizuspülen.

Bereits am Morgen hatte der Buckelwal auf einen näher kommenden Taucher mit heftigen Bewegungen reagiert. In Livestreams war zu sehen, wie er kräftig mit der Schwanzflosse schlug und sich fast um 90 Grad drehte. Nach wenigen Minuten beruhigte sich das Tier jedoch wieder und blieb still im Wasser liegen. Später fuhren Helfer erneut mit einem Boot hinaus und erneuerten die feuchten Tücher auf seinem Rücken.

Auch Vertreter des Umweltministeriums sowie des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie waren am Vormittag mit einem Polizeischlauchboot beim Wal.

Schaulustige und Medien verfolgen den Einsatz

Schon am Vormittag liefen im Hafen von Kirchdorf die Vorbereitungen für den nächsten Abschnitt der Rettung an. An der Kaimauer richteten Helfer eine große Arbeitsplattform ein. Dort standen unter anderem Schläuche, eine Pumpe, ein mobiler Kran und weiteres Arbeitsmaterial bereit. Mehrere kleine Schwimmpontons lagen ebenfalls an Land.

Neben mehreren Kamerateams verfolgten zeitweise auch rund 30 Schaulustige das Geschehen im Hafen.

Tier seit 18 Tagen an derselben Stelle

Der geschwächte Buckelwal liegt inzwischen seit 18 Tagen in der Kirchsee in der Wismarer Bucht fest.

Zuvor waren Wissenschaftler, Behördenexperten und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen nach eingehender Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass der Wal vor allem Ruhe brauche. Weitere Eingriffe könnten dem Tier schwere Schäden zufügen. Nach dieser Einschätzung ist der Buckelwal desorientiert, stark geschwächt und so beeinträchtigt, dass er eine Rückkehr in sein eigentliches Lebensgebiet wohl nicht schaffen würde.

Rettungsinitiative zeigt sich zuversichtlich

Das Team der privaten Initiative hält dennoch an seiner Hoffnung fest. Janine Bahr-van Gemmert, Kleintierärztin und Leiterin eines Robbenzentrums auf Föhr, sagte im Hafen von Kirchdorf, das Tier habe aus ihrer Sicht eine reale Chance, aus seiner Lage befreit zu werden. Ziel sei es, dem Wal möglichst stressfrei zu helfen.

Die kräftigen Bewegungen des Tieres am Morgen wertete sie als positives Signal. Dass der Wal sich beim Drehen deutlich bewegt habe, spreche eher gegen schwere Verletzungen. Aus ihrer Sicht zeigt das Tier damit, dass es noch mobil sein möchte. Zugleich betonte sie, dass der derzeitige Ort kein geeigneter Platz sei, an dem der Wal in Ruhe sterben könne, da die Umgebung für ihn völlig untypisch sei.

Verzögerung beim Rettungsversuch

Der private Einsatz verzögert sich unterdessen. Walter Gunz, Mitgründer von MediaMarkt und gemeinsam mit Unternehmerin Karin Walter-Mommert Finanzier der Aktion, sagte, man liege etwa einen Tag hinter dem ursprünglichen Plan. Am ersten Einsatztag habe ein Teil des Vorhabens nicht umgesetzt werden können.

Ursprünglich war vorgesehen, den Wal am Donnerstag freizuspülen und ihn am Freitag auf den Weg Richtung Atlantik zu bringen.

Geplant ist, das Tier auf einer Plane zwischen zwei Pontons in Richtung Nordsee zu transportieren. Dafür muss die Plane zunächst unter den Wal gebracht werden. Vorgesehen ist, ihn dazu mit Luftkissen leicht anzuheben. Bevor das möglich ist, muss allerdings zunächst Schlick unter dem Tier entfernt werden. Anschließend sollen die Pontons von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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