In mehreren deutschen Großstädten haben Menschen gegen die Energiepolitik der Bundesregierung demonstriert. Nach Angaben der Polizei kamen in Berlin etwa 9.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen. Zu den Rednern in der Hauptstadt zählte auch die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Bei einer Kundgebung in München wurde Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf Plakaten vorgeworfen, die Energiewende zu gefährden und fossile Energieträger zu bevorzugen.
Unter dem Motto „Erneuerbare Energien verteidigen!“ hatte ein Bündnis verschiedener Umweltverbände zu Protesten in Berlin, München, Hamburg und Köln aufgerufen. In dem Aufruf betonten die Initiatoren, dass steigende Energiepreise, geopolitische Spannungen und autoritär regierte Staaten die Risiken fossiler Energien deutlich machten. Deshalb müsse der Ausbau von Solar- und Windkraft schneller vorankommen. Reiche und Teile der Union würden diesen Prozess jedoch bremsen.
In München kritisierte der Landesvorsitzende des Bundes Naturschutz, Martin Geilhufe, Reiches geplantes Netzpaket scharf. Er sprach von einem Teil eines gezielten Angriffs auf Natur, Umwelt und Klima. Die Bundesregierung dürfe den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie nicht ausbremsen, forderte er.
Die Veranstalter nannten deutlich höhere Teilnehmerzahlen als die Polizei: In Berlin seien 24.000, in München 12.000 Menschen dabei gewesen. Insgesamt hätten sich in den vier Städten rund 80.000 Personen an den Protesten beteiligt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion