Der Babynahrungshersteller Hipp hat in Österreich vorsorglich sein komplettes Sortiment aus den Spar-Märkten zurückgerufen. Nach Unternehmensangaben kann nicht ausgeschlossen werden, dass Gläschen der Sorte Karotte mit Kartoffel manipuliert wurden. Der Verzehr eines betroffenen Produkts könne im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein.
Ein Sprecher des Unternehmens sagte, nach aktuellem Stand deute alles auf einen kriminellen Eingriff von außen hin. Die internen Produktions-, Qualitäts- und Kontrollabläufe bei Hipp seien davon nicht betroffen. Wegen der laufenden Ermittlungen wollte das Unternehmen keine weiteren Einzelheiten nennen.
Wie die Polizei im Burgenland mitteilte, wurden inzwischen sämtliche Gläschen aus den Regalen der Spar-Filialen entfernt. Bei dieser Maßnahme sei jedoch kein verdächtiges Produkt entdeckt worden. Die Behörden schließen aber nicht aus, dass möglicherweise bereits manipulierte Ware verkauft wurde, bevor die Regale geräumt wurden.
Eltern werden deshalb gebeten, ungeöffnete oder nicht verwendete Gläschen in den Supermarkt zurückzubringen. Wer Auffälligkeiten bemerkt hat, soll sich zudem an die Polizei wenden. Das könne auch wichtig sein, um mögliche Beweismittel zu sichern. Nach Angaben der Ermittler laufen die Untersuchungen mit Nachdruck.
Viele Fragen noch offen
Aus ermittlungstaktischen Gründen macht die Polizei bislang keine genaueren Angaben. Daher ist weiterhin unklar,
- ob es sich um einen Erpressungsfall handelt,
- wie viele Gläser möglicherweise betroffen sind,
- und worin die mögliche Manipulation genau besteht.
Für verunsicherte Eltern in Österreich richtete Hipp am Wochenende einen telefonischen Beratungsdienst ein.
Das Familienunternehmen Hipp wurde vor mehr als 120 Jahren im bayerischen Pfaffenhofen gegründet. Die Hipp Holding AG hat heute ihren Sitz im schweizerischen Sachseln im Kanton Obwalden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion