Politik

Teheran gibt Hormus-Passage wieder frei – Washington hält Iran-Blockade aufrecht

Der Iran erlaubt Handelsschiffen wieder die Passage durch die Straße von Hormus – allerdings nur auf einer festgelegten Route und solange die Waffenruhe mit den USA und Israel anhält.

17.04.2026, 15:59 Uhr

Nach mehreren Wochen Sperrung infolge des Kriegs mit dem Iran will die Führung in Teheran die Straße von Hormus wieder für Öltanker und Handelsschiffe öffnen. Die USA wollen ihre eigene Seeblockade dagegen fortsetzen. Diese gelte weiterhin für Schiffe, die aus dem Iran kommen oder dorthin unterwegs sind, stellte Präsident Donald Trump klar.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte auf X, dass Handelsschiffe die Meerenge während der noch laufenden Waffenruhe passieren könnten, die am Mittwoch ausläuft. Voraussetzung sei allerdings, dass sie eine von der Islamischen Republik festgelegte Route einhalten.

Trump schrieb auf Truth Social, die Straße von Hormus sei vollständig freigegeben und bereit für Handel sowie ungehinderte Durchfahrt. Die amerikanische Seeblockade gegen den Iran bleibe jedoch bestehen – und zwar so lange, bis die Vereinbarungen mit Teheran vollständig abgeschlossen seien. Nach Bekanntwerden der Ankündigungen gerieten die Ölpreise deutlich unter Druck.

Der Iran hatte die wichtige Wasserstraße nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen am 28. Februar geschlossen. Ob Tanker und Frachter für die Passage Gebühren an den Iran entrichten müssen, ließ Araghtschi offen. Ebenso ist unklar, wie stark sich die Öffnung tatsächlich auf den Schiffsverkehr auswirken wird. Im Persischen Golf sitzen weiterhin Hunderte Tanker und Frachtschiffe fest. Als ein Grund gelten Berichten zufolge auch stark gestiegene Versicherungsprämien wegen des hohen Kriegsrisikos.

Die Waffenruhe im Iran-Konflikt gilt seit dem 8. April und endet am 22. April. Derzeit bemühen sich internationale Vermittler unter Beteiligung Pakistans darum, die Feuerpause zu verlängern.

Araghtschi nannte zudem die Waffenruhe im Libanon als Hintergrund für den Schritt. Diese trat in der Nacht zum Freitag in Kraft. Dort hatte die proiranische Hisbollah-Miliz sechs Wochen lang gegen die israelische Armee gekämpft. Die libanesische Regierung und die regulären Streitkräfte des Landes hatten wiederholt betont, nicht unmittelbar an den Gefechten beteiligt gewesen zu sein.

Ölpreise brechen ein

Die Aussicht auf eine freie Passage für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus ließ die Ölpreise kräftig sinken. Ein Barrel (159 Liter) Brent-Rohöl zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 91,11 US-Dollar – mehr als acht Prozent weniger als am Vortag. Zeitweise fiel der Preis sogar unter 90 Dollar.

Auch US-Rohöl verbilligte sich stark. Der Preis für ein Barrel der Sorte WTI sank um mehr als neun Prozent auf 85,90 Dollar.

Der Krieg mit dem Iran und die faktische Blockade der zentralen Handelsroute vom Persischen Golf durch die Straße von Hormus hatten den Brent-Preis im März zeitweise auf knapp 120 Dollar je Barrel steigen lassen. Vor Ausbruch des Konflikts hatte er noch bei rund 70 Dollar gelegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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