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Schwerer Rückschlag für Nagelsmann und Kompany: Gnabry bangt um die WM

Serge Gnabry droht für die Fußball-WM in den USA auszufallen. Das würde die Aufgabe für Bundestrainer Julian Nagelsmann kompliziert machen. Und auch für Bayern kommt die Verletzung zur Unzeit.

19.04.2026, 12:30 Uhr

Julian Nagelsmann hätte auf diese Nachricht aus München gern verzichtet: Die deutsche Nationalmannschaft muss bei ihrer WM-Vorbereitung womöglich ohne Serge Gnabry planen. Der Offensivspieler des FC Bayern droht für längere Zeit auszufallen – mit Folgen für den DFB ebenso wie für die Münchner in der heißen Saisonphase.

Bayern bestätigt längeren Ausfall

Wie der FC Bayern mitteilte, hat sich der 30-Jährige einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel zugezogen. Der Verein sprach von einer Pause "für längere Zeit", ohne zunächst eine genaue Ausfalldauer zu nennen.

Damit fehlt Gnabry nicht nur dem Rekordmeister im Kampf um wichtige Titel, sondern möglicherweise auch dem DFB-Team bei der anstehenden Weltmeisterschaft in den USA.

Auch für Nagelsmann ein herber Verlust

Für Bundestrainer Nagelsmann wäre ein Ausfall besonders bitter. In den vergangenen acht Länderspielen stand Gnabry jeweils in der Startelf. Mit vier Treffern war er in diesem Zeitraum einer der treffsichersten deutschen Nationalspieler – neben Nick Woltemade.

Eine Stellungnahme zur WM-Perspektive des Bayern-Profis wollten weder Nagelsmann noch der DFB am Sonntag abgeben.

Lothar Matthäus äußerte sich bei Sky deutlich skeptischer. Nach seiner Einschätzung könnte Gnabry etwa acht Wochen fehlen. Damit würde es im Hinblick auf die WM äußerst knapp werden. Zugleich richtete Matthäus dem Nationalspieler aufmunternde Worte aus und betonte dessen großen Wert für die deutsche Mannschaft.

Musiala rückt noch stärker in den Mittelpunkt

Nagelsmanns Team startet am 14. Juni gegen WM-Neuling Curaçao in das Turnier. Sollte Gnabry fehlen, müsste der Bundestrainer seine Offensive wohl neu ordnen. Zuletzt war der Bayern-Profi als erfahrener und torgefährlicher Tempomacher ein wichtiger Baustein neben Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz.

Vor allem Musiala dürfte nun noch mehr Verantwortung übernehmen müssen – sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft. Nachdem Oliver Kahn dem Offensivstar zuletzt noch geraten hatte, nach seiner längeren Verletzungspause auf die WM zu verzichten, wird Musiala nun umso wichtiger für beide Teams.

Der 23-Jährige zeigte zuletzt eine deutlich ansteigende Formkurve, unter anderem beim 5:0 gegen den FC St. Pauli und beim spektakulären 4:3 gegen Real Madrid. An einen WM-Verzicht denkt Musiala ohnehin nicht. Er machte klar, dass er unbedingt bei dem Turnier dabei sein will – nach dem Fokus auf Bayern anschließend auch für Deutschland.

Neue Chancen für Sané und Karl

Durch Gnabrys Verletzung könnten nun auch andere Offensivspieler stärker in den Blick rücken. Dazu zählen Leroy Sané, dessen Leistungen zuletzt nicht unumstritten waren, sowie Bayern-Talent Lennart Karl. Karl fehlt derzeit ebenfalls wegen einer Oberschenkelverletzung, soll aber deutlich früher zurückkehren als Gnabry.

Für den Nationalspieler selbst kommt die Verletzung dagegen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Je nach Heilungsverlauf ist sogar ein monatelanger Ausfall nicht ausgeschlossen.

Bayern vor wichtigen Spielen ohne Gnabry

Auch für Vincent Kompany wiegt der Verlust schwer. Eine exakte Prognose zur Ausfallzeit gibt es zwar noch nicht, doch fest steht bereits: In den richtungsweisenden Spielen wird Gnabry fehlen. Dazu gehören die Halbfinals im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen und in der Champions League gegen Paris Saint-Germain. Auch mögliche Endspiele in Berlin und Budapest würden ohne ihn stattfinden.

Besonders problematisch ist die Situation für Bayern, weil Kompany im Vergleich zum DFB weniger Alternativen zur Verfügung hat. Da auch Karl aktuell verletzt ist, stellt sich die Münchner Offensive in den anstehenden K.-o.-Duellen beinahe von selbst auf: Hinter Harry Kane bleiben im Moment vor allem Musiala sowie Luis Díaz und Michael Olise als feste Optionen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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