Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat für den Fall von Engpässen bei Flugtreibstoff ein entschlossenes Handeln zugesichert, zugleich jedoch vor überzogenen Reaktionen gewarnt. "Alarmismus bei Kerosin hilft nicht", sagte die CDU-Politikerin. Die Lage sei je nach internationalem Markt unterschiedlich zu bewerten.
Nach Angaben der Ministerin nimmt ihr Haus die Hinweise und Sorgen aus der Luftfahrt ernst. Das Wirtschaftsministerium stehe deshalb in engem und kontinuierlichem Kontakt mit Unternehmen und Verbänden der Branche, um mögliche Folgen für den Luftverkehr in Deutschland frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf gezielt gegenzusteuern. Für Montag sei gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium ein Treffen mit Versorgern, Flughäfen, Airlines und Verbänden angesetzt.
Zuvor hatte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil auf die Warnungen der Internationalen Energieagentur verwiesen und dazu aufgerufen, sich auf einen möglichen Mangel an Kerosin vorzubereiten. Gegenüber dem Spiegel betonte der SPD-Politiker, man müsse die Hinweise sehr ernst nehmen. Neben steigenden Preisen dürfe vor allem die Versorgungssicherheit nicht aus dem Blick geraten.
Reiche erklärte dagegen, sie halte wenig davon, jedes denkbare Szenario öffentlich auszubreiten. Wichtig sei ein sorgfältiges und überlegtes Vorgehen. Im Zusammenhang mit den von der Internationalen Energieagentur koordinierten Freigaben habe sich die Bundesregierung entschieden, Vorräte zunächst gestaffelt bis Ende April bereitzustellen, um flexibel auf weitere Entwicklungen reagieren zu können. Bereits freigegeben worden seien neben Rohöl und Diesel auch 50.000 Tonnen Jet-Treibstoff.
Darüber hinaus verfüge der Erdölbevorratungsverband derzeit über zusätzliche Bestände von knapp 1,1 Millionen Tonnen Kerosin. Sollte sich in Deutschland tatsächlich eine physische Unterversorgung mit Flugtreibstoff abzeichnen, könne auf die nationale Reserve zurückgegriffen werden, so Reiche. Außerdem verwies sie darauf, dass Deutschland dank seiner eigenen Raffinerien, die ebenfalls Kerosin herstellen, im internationalen Vergleich besser aufgestellt sei als manche andere Staaten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion