Baden-Württemberg

Dortmund patzt in Hoffenheim und ebnet Bayern den Weg zum Titel

Borussia Dortmund legt in Sinsheim einen schwachen Auftritt hin. Während die TSG wichtige Punkte im Kampf um Europa holt, kann im Meisterkampf bereits am Sonntag die endgültige Entscheidung fallen.

18.04.2026, 18:48 Uhr

Borussia Dortmund hat im Meisterrennen endgültig keine Rolle mehr gespielt und dem FC Bayern die Tür zur nächsten Bundesliga-Schale weit geöffnet. Nach dem 1:2 (0:1) bei der TSG Hoffenheim kann München bereits am Sonntag mit einem Remis gegen den VfB Stuttgart die 35. Meisterschaft der Club-Geschichte perfekt machen.

"Durch den zweiten Elfmeter verlierst du das Spiel. Bitter für uns, aber am Ende nicht unverdient", sagte BVB-Trainer Niko Kovac nach der zweiten Niederlage in Folge. Für die Dortmunder bleibt damit vor allem Platz zwei als realistisches Ziel, nachdem auch in den Pokalwettbewerben nichts mehr zu holen ist.

Kramaric trifft doppelt vom Punkt

Matchwinner für die Gastgeber war Andrej Kramaric, der beide Treffer per Handelfmeter erzielte. Nach Videobeweisen verwandelte der Kroate in der 42. Minute und in der Nachspielzeit (90.+8) sicher. Zwischenzeitlich hatte der eingewechselte Serhou Guirassy (87.) vor 30.150 Zuschauern den Ausgleich für den BVB erzielt.

Hoffenheims Sportchef Andreas Schicker schwärmte anschließend von Kramaric: "Er ist nicht nur bei Elfmetern enorm wichtig. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir zusammen weitermachen. Er ist eine absolute Legende." Kramaric selbst betonte nach dem Spiel seine Ambitionen: "Ich will in die Champions League."

Früher Schock und viel Pech für Süle

Fast wäre Hoffenheim ein Blitzstart gelungen. Schon nach 16 Sekunden kam Fisnik Asllani aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch Niklas Süle rettete mit einer Grätsche zur Ecke. Der Abwehrspieler stand erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder in der Startelf der Dortmunder und rückte später ungewollt in den Mittelpunkt.

Kurz vor der Pause blieb Süle bei einem Hoffenheimer Angriff im Rasen hängen, stürzte und verletzte sich offenbar am Knie. Besonders unglücklich: Während des Falls sprang ihm der Ball nach einem Schuss von Kramaric im Strafraum an den Arm. Schiedsrichter Daniel Siebert entschied nach Sichtung der TV-Bilder auf Handelfmeter, den Kramaric sicher verwandelte. Für den Kroaten war es der elfte Saisontreffer nach zuvor sechs torlosen Partien.

Hoffenheim vor der Pause klar besser

Die Führung der Gastgeber war verdient. Hoffenheim störte früh, war aktiver und kam zu mehr Chancen. Tim Lemperle traf in der Anfangsphase die Latte, außerdem musste BVB-Keeper Gregor Kobel gegen eine Direktabnahme von Kramaric eingreifen.

Dortmund tat sich offensiv schwer und setzte vor allem auf Konter. Mehr als ein Kopfballversuch von Maximilian Beier sprang in der ersten Halbzeit kaum heraus. Insgesamt kamen die Gäste vor der Pause nur auf zwei Abschlüsse, Hoffenheim dagegen auf zehn.

Kovac wechselt spät, Guirassy trifft

Zur zweiten Halbzeit beließ Kovac seine Mannschaft zunächst weitgehend unverändert. Nach dem verletzungsbedingten Aus von Süle kam lediglich Rami Bensebaini neu ins Spiel. Er übernahm den linken Part der Dreierkette, Waldemar Anton rückte nach rechts, Nico Schlotterbeck ins Zentrum.

Nach dem Seitenwechsel wirkte der BVB etwas engagierter, blieb im letzten Drittel aber lange ideenlos. Erst nach rund einer Stunde brachte Kovac mit Serhou Guirassy für Fábio Silva seinen gefährlichsten Angreifer.

Je näher das Spielende rückte, desto mehr drängten die Dortmunder auf den Ausgleich. Gegen defensiv stabile Hoffenheimer fehlten jedoch oft die klaren Lösungen. Dann setzte Guirassy doch noch ein Ausrufezeichen: Aus 17 Metern schoss er flach ins linke untere Eck und markierte sein 14. Saisontor. Oliver Baumann war ohne Chance.

Später Nackenschlag für den BVB

Der Schlusspunkt gehörte jedoch erneut Kramaric. Nach einer minimalen Handberührung von Julian Ryerson entschied Siebert nach Videobeweis ein zweites Mal auf Elfmeter. Kramaric blieb auch diesmal nervenstark und sicherte Hoffenheim den Heimsieg.

Während Dortmund dem Vizetitel eher mühsam entgegentaumelt, mischen die Kraichgauer mit nun 54 Punkten wieder kräftig im Rennen um einen Champions-League-Platz mit.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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