Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter Sergej Netschajew einbestellt. Anlass sind Drohungen aus Moskau gegen Rüstungsunternehmen mit Sitz in Deutschland.
Das Ministerium erklärte auf der Plattform X, man lasse sich davon nicht einschüchtern. Drohungen dieser Art sowie Spionageaktivitäten auf deutschem Boden seien völlig inakzeptabel. Zugleich wertete Berlin die direkten Warnungen Russlands gegen Ziele in Deutschland als Versuch, die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben und den inneren Zusammenhalt zu testen.
Die Einbestellung eines Botschafters gilt als deutliches diplomatisches Signal. Damit bringt die Regierung des Gastlandes zum Ausdruck, dass sie über das Verhalten des anderen Staates ernsthaft verärgert ist.
Hintergrund ist eine Reaktion des russischen Verteidigungsministeriums aus der vergangenen Woche. Dort waren Adressen deutscher Rüstungsfirmen veröffentlicht worden, nachdem neue Drohnenlieferungen an die Ukraine angekündigt worden waren. Die Spannungen fielen in eine Phase weiterer Hilfszusagen für Kiew beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin.
Zuvor hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Berlin eine strategische Partnerschaft vereinbart, die auch militärische Elemente umfasst.
Seit Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine greift Russland immer wieder systematisch Ziele im Hinterland des Landes an und zerstört diese.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion