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Mutmaßlicher Schleuser nach Deutschland ausgeliefert

Nach jahrelangen Ermittlungen wird ein gesuchter Hauptbeschuldigter aus dem Libanon nach Deutschland gebracht. Behörden sprechen von einem bedeutenden Fahndungserfolg.

21.04.2026, 14:18 Uhr

Ein weltweit gesuchter Hauptverdächtiger in einem Verfahren wegen organisierter Schleusung ist nach Deutschland überstellt worden. Das teilten die Bundespolizeiinspektion Waidhaus und die Staatsanwaltschaft Weiden mit. Der Zugriff sei das Ergebnis langjähriger internationaler Ermittlungen.

Dem Mann wird zur Last gelegt, in 45 Fällen als Mitglied einer Bande Menschen nach Deutschland eingeschleust zu haben. Nach Angaben der Ermittler brachte er die Betroffenen dabei teilweise in akute Lebensgefahr. Insgesamt soll er an der Schleusung von 829 Menschen beteiligt gewesen sein. 580 Personen konnten demnach namentlich festgestellt werden.

Das Amtsgericht Weiden hatte bereits im September 2021 Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten angeordnet. Für die internationale Fahndung wurde zudem eine Interpol-"Red Notice" veranlasst. Zielfahnder der Bundespolizei spürten den Mann schließlich im Libanon auf, wo er im August 2025 festgenommen wurde. Die Auslieferung nach Deutschland wurde den Angaben zufolge persönlich vom libanesischen Präsidenten Joseph Khalil Aoun genehmigt.

Nach seiner Landung am Flughafen Frankfurt am Main brachten Bundespolizisten den Beschuldigten nach Weiden in der Oberpfalz. Dort wurde er am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt, der den Vollzug der Untersuchungshaft bestätigte.

Internationales Schleusernetz zerschlagen

Die Festnahme steht im Zusammenhang mit einem groß angelegten grenzüberschreitenden Ermittlungsverfahren. Deutsche und rumänische Behörden hatten gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern ein weitverzweigtes Schleusernetzwerk enttarnt. Nach bisherigen Erkenntnissen organisierte die Gruppe Transporte von Migranten aus dem Nahen Osten über Südosteuropa bis nach Westeuropa – unter anderem in Lastwagen.

Mehr als 30 Verdächtige konnten laut Ermittlern identifiziert werden. Gegen mehrere Beteiligte wurde bereits in verschiedenen europäischen Ländern vorgegangen; einige von ihnen wurden festgenommen und verurteilt.

Staatsanwalt Matthias Bauer erklärte, der Fall belege, dass organisierte Schleuserkriminalität nur durch eine enge und konsequente Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg wirksam bekämpft werden könne. Die Überstellung des Hauptverdächtigen sei daher ein wichtiger Ermittlungserfolg und zugleich ein deutliches Signal des Rechtsstaats.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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