Christian Lindner hat offen über die Schwierigkeiten gesprochen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Der frühere Bundesfinanzminister sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, wer behaupte, ein Baby und ein anspruchsvoller Job ließen sich ohne Probleme vereinbaren, vermittle ein falsches Bild.
Lindner und seine Frau, die Journalistin und Unternehmerin Franca Lehfeldt, wurden im April 2025 Eltern einer Tochter. Auf die Frage nach seinem Alltag mit Kind erklärte der 47-Jährige, es wäre unzutreffend, von einem entspannten Leben zu sprechen. Seine Frau führe ebenfalls ein Unternehmen, und auch seine eigenen Aufgaben gingen deutlich über einen normalen Vollzeitjob hinaus.
Nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag bei der Wahl im Februar 2025 zog sich Lindner aus der Politik zurück. Mehr als zehn Jahre lang hatte er an der Spitze der Partei gestanden. Inzwischen ist er in der Automobilbranche tätig und arbeitet als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als größten markenunabhängigen Automobilhandelskonzern Deutschlands und hat seinen Sitz in Sandersdorf-Brehna in Sachsen-Anhalt.
Tochter verändert den Blick auf das Leben
Die Geburt seiner Tochter habe seine Prioritäten spürbar verschoben, sagte Lindner. Über viele Jahre habe er persönliche Dinge zurückgestellt, um politischen Ämtern gerecht zu werden. Heute gewichte er das anders: Mit einem Kind stehe die Familie an erster Stelle. Spitzenpolitik, wie er sie betrieben habe, halte er mit Familienleben für kaum vereinbar.
Seine Tochter beschrieb Lindner als „zauberhafte Bereicherung“. Mit Kindern, so seine Sicht, stellten sich viele Sinnfragen nicht mehr. Die bedingungslose Liebe zu einem kleinen Menschen sei für ihn kein Austausch, sondern der eigentliche Sinn des Lebens.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion