Politik

Papst Leo XIV. bemüht sich im Konflikt mit Trump um Deeskalation

Der US-Präsident und der Papst aus den Vereinigten Staaten liefern sich ein heftiges Wortgefecht, was weltweit Schlagzeilen macht. Nun zeigt sich Leo überraschend konziliant. Was macht Trump?

19.04.2026, 12:22 Uhr

Papst Leo XIV. hat im Streit mit US-Präsident Donald Trump auf Entspannung gesetzt. Während seiner Reise durch Afrika erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche, einige seiner Aussagen seien missverstanden worden. Es sei nicht seine Absicht gewesen, dem Präsidenten öffentlich zu widersprechen. Aus dem Umfeld Trumps gab es dazu zunächst keine Reaktion.

In Angola, der dritten Etappe seiner Afrika-Reise, feierte Leo vor einer gewaltigen Menschenmenge eine Messe. In Kilamba am Rand der Hauptstadt Luanda versammelten sich nach Schätzungen mehr als 100.000 Gläubige. Viele harrten stundenlang aus, um den Papst zu sehen.

Weltweite Aufmerksamkeit für den Konflikt

Der Schlagabtausch zwischen Trump und Leo, dem ersten Papst aus den USA, hatte international für großes Aufsehen gesorgt. Auf dem Flug nach Angola wandte sich der Papst überraschend an die mitreisenden Journalistinnen und Journalisten. Einige seiner Äußerungen seien in ihrer Bedeutung nicht vollständig richtig erfasst worden. Beobachter werteten dies als Versuch, die Auseinandersetzung nicht weiter eskalieren zu lassen.

Zuvor hatten sich beide aus der Ferne scharf attackiert. Trump, der sich selbst auf den christlichen Glauben beruft, hatte dem Papst eine "schreckliche" Außenpolitik vorgeworfen und ihm geraten, sich zu mäßigen – ein ungewöhnlich harscher Angriff auf das Kirchenoberhaupt. Später veröffentlichte er zudem ein KI-erstelltes Bild, das ihn selbst als Heiland zeigte. Auch US-Vizepräsident JD Vance, der vor einigen Jahren zum katholischen Glauben übertrat, äußerte Kritik.

Leo bleibt bei seinen Aussagen

Als Reaktion hatte Leo erklärt, er fürchte sich nicht vor der Trump-Regierung. Später sprach er, ohne Namen zu nennen, von einer "Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören". Viele brachten diese Formulierung mit Trump in Verbindung.

Nun sagte der Papst im Flugzeug, diese Rede sei bereits zwei Wochen zuvor vorbereitet worden – also noch bevor Trump sich zu ihm und seiner Friedensbotschaft geäußert habe. Gehalten wurde die Ansprache allerdings erst zwei Tage nach Trumps Kritik. Eine Rücknahme seiner früheren Aussagen gab es nicht.

Frieden und Gerechtigkeit als Kernbotschaft

Leo betonte zugleich, dass vieles, was danach geschrieben worden sei, aus Deutungen und weiteren Deutungen bestanden habe. Dadurch sei der Eindruck entstanden, er habe dem Präsidenten direkt widersprechen wollen. Sein eigentliches Anliegen bleibe aber die Verkündigung einer Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit.

Trump hatte dem Papst zuvor geraten, sich auf seine Aufgabe als Kirchenoberhaupt zu konzentrieren und politische Stellungnahmen zu vermeiden. In den USA zählen evangelikale und katholische Christinnen und Christen zu wichtigen Wählergruppen. Im November stehen dort die Midterm-Wahlen in Trumps zweiter Amtszeit an.

Afrika-Reise durch Streit überlagert

Warum er sich nun noch einmal so deutlich äußerte, erklärte Leo nicht näher. In den vergangenen Wochen hatte er wiederholt erkennen lassen, dass er den Krieg der USA gegen den Iran ablehnt. Bei einem Friedensgebet nach Ostern forderte er: "Schluss mit der Selbstvergötterung und der Vergötterung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!" Im Weißen Haus dürfte dies auf erheblichen Unmut gestoßen sein.

Die Konfrontation mit Trump überschattete damit auch das eigentliche Programm seiner elftägigen Afrika-Reise. Möglich ist, dass Leo deshalb eine Klarstellung für notwendig hielt.

Kritik an der Ausbeutung Afrikas

In Angola verurteilte der Papst die anhaltende Ausbeutung des afrikanischen Kontinents durch andere Staaten und internationale Unternehmen. Bei einem Treffen mit Präsident João Lourenço sagte er, wie viel Leid, wie viele Todesopfer und wie viele soziale sowie ökologische Katastrophen aus dieser Logik der Ausbeutung entstünden.

Angola, einst portugiesische Kolonie, verfügt über große Rohstoffvorkommen und ist auch für Deutschland wirtschaftlich bedeutsam – insbesondere als Lieferant von Erdöl und Gas. Dennoch lebt ein großer Teil der rund 37 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in Armut. Hinzu kommen die Folgen eines fast drei Jahrzehnte dauernden Bürgerkriegs.

Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung sind Christen, etwa die Hälfte davon katholisch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen