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Zverev verpasst München-Bestmarke und denkt über Turnierpause nach

Alexander Zverev verpasst eine München-Bestmarke und will sein Aus im Halbfinale zum Nachdenken über die nahe Zukunft nutzen. Er hat die French Open im Visier. Fällt dem Plan nun Hamburg zum Opfer?

19.04.2026, 08:50 Uhr

Alexander Zverev zeigte sich nach seinem klaren Halbfinal-Aus beim ATP-Turnier in München überraschend ruhig. Rund eine Stunde nach der Niederlage sprach Deutschlands bester Tennisspieler bereits über die kommenden Tage – und betonte, dass ihm eine kurze Pause nun sogar gelegen komme.

Selbst auf eine Feier zu seinem 29. Geburtstag am Montag will der Weltranglistendritte verzichten. "Die Party fällt aus. Ich glaube, ich muss mich erst einmal erholen", sagte Zverev. Nach dem enttäuschenden Turnierende dürfte ihm ohnehin kaum nach Feiern zumute sein.

Als Titelverteidiger scheiterte der topgesetzte Deutsche im Halbfinale deutlich mit 3:6, 3:6 am stark aufspielenden Italiener Fabio Cobolli. Damit verpasste Zverev auch die Chance, als erster Profi das Sandplatzturnier im Münchner Norden zum vierten Mal zu gewinnen.

Zverev: Kraft fehlte im Halbfinale

Eine solche Bestmarke habe für ihn aber nicht die größte Bedeutung. Zverev verfolgt seit Jahren vor allem ein Ziel: endlich einen Grand-Slam-Titel zu holen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bei den French Open vom 24. Mai bis 7. Juni in Paris.

Gerade mit Blick auf Roland Garros beschäftigt ihn deshalb seine Belastung. In München sei deutlich geworden, dass ihm die vielen Matches seit Jahresbeginn zugesetzt hätten. Nach dem Aus gegen Cobolli sagte er: "Meine Beine waren nicht mehr da."

Cobolli glänzt sportlich und ist emotional bewegt

Hinzu kam, dass Cobolli einen herausragenden Tag erwischte. Zverev erklärte, wenn man selbst zehn oder zwanzig Prozent langsamer sei und der Gegner gleichzeitig so spiele, werde es sehr schwer. Gegen den Davis-Cup-Sieger blieb dem Deutschen kaum eine Chance. Cobolli schlug insgesamt 32 Winner, davon 20 allein im ersten Satz.

Nach seinem Erfolg reagierte der Italiener sehr emotional. Unter Tränen berichtete er, dass am Tag vor dem Match ein guter Tennisfreund von ihm im Alter von nur 13 Jahren gestorben sei. "Ich habe das ganze Spiel an ihn gedacht", sagte Cobolli.

Start in Hamburg offen

Zverev steht vor einer schwierigen Entscheidung bei seiner Turnierplanung. Vor den French Open ist er noch für die beiden Masters in Madrid und Rom sowie für das ATP-500-Turnier in seiner Geburtsstadt Hamburg gemeldet. Ein Verzicht auf eines dieser Events könnte helfen, um in Paris frischer zu sein.

Auf die Frage, ob er möglicherweise in Hamburg nicht antreten werde, antwortete Zverev nur: "Das werden wir sehen."

Als Vorbilder nannte er Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. Beide würden aus seiner Sicht klug planen und nicht jede Woche spielen – selbst dann nicht, wenn es sich um große Turniere oder Heimveranstaltungen handele. Alcaraz hat seinen Start in Madrid zuletzt auch wegen einer Verletzung abgesagt.

Viele Halbfinals, kein Endspiel

Bis zum Beginn des Masters in Madrid freut sich Zverev nun auf ein paar freie Tage. Sechs Tage bis zum nächsten Match seien deutlich mehr Pause, als er in den vergangenen Monaten gehabt habe, sagte er.

In München stand der Olympiasieger von 2021 bereits in seinem fünften ATP-Halbfinale des Jahres – so oft wie kein anderer Spieler auf der Tour. Allerdings verlor er auch alle fünf.

Für Zverev bleibt der Fokus dennoch klar: In Paris will er sein bestes Tennis zeigen. Um dort in Topform anzukommen, müsse er seinen Kalender nun "schlau gestalten". Deshalb scheint es gut möglich, dass ein Heimauftritt in Hamburg am Ende seiner angepassten Frühjahrsplanung zum Opfer fällt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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