Berlin

Historischer Einstand ohne Happy End: Eta verliert bei Bundesliga-Premiere

Premiere mit Dämpfer: Marie-Louise Eta verliert ihr Debüt als erste Bundesliga-Cheftrainerin. «Es geht nicht um mich», stellt sie klar. Wolfsburg schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf.

18.04.2026, 18:35 Uhr

Marie-Louise Eta stand in den vergangenen Tagen stark im Mittelpunkt, hielt sich nach dem Schlusspfiff aber zunächst zurück, während sich die Spieler von Union Berlin gemeinsam mit den Fans auf den Endspurt im Abstiegskampf einschworen. Erst danach rief sie ihre Mannschaft nach ihrer Premiere als erste Cheftrainerin in der Männer-Bundesliga im Mittelkreis zusammen. Zu feiern gab es jedoch nichts: Auch unter der 34-Jährigen setzte Union seine Negativserie fort und verlor gegen den Tabellen-17. VfL Wolfsburg mit 1:2 (0:1).

Für die Gäste aus Niedersachsen war es dagegen der erste Erfolg unter Dieter Hecking und ein wichtiges Signal im Kampf um den Klassenerhalt. Patrick Wimmer brachte Wolfsburg in der 11. Minute mit einem sehenswerten Treffer in Führung, Dzenan Pejcinovic legte unmittelbar nach Wiederbeginn das 2:0 nach. Union ließ zahlreiche Möglichkeiten liegen und kam durch Oliver Burke in der 86. Minute nur noch zum Anschlusstreffer.

Eta zeigt sich enttäuscht

Nach ihrem viel beachteten Debüt sagte Eta: „Wir sind natürlich enttäuscht.“ Schon vor dem Anpfiff war die Aufmerksamkeit im Stadion fast vollständig auf sie gerichtet, als sie aus dem Spielertunnel kam. Die gebürtige Dresdnerin machte jedoch deutlich, dass nicht ihre Person im Vordergrund stehen solle: „Ich war total im Fokus. Es geht nicht um mich, es geht um Fußball.“

Mit ihrem Einsatz an der Seitenlinie schrieb Eta Geschichte: Erstmals wurde in einer der fünf großen europäischen Ligen ein Männerteam von einer Frau als Cheftrainerin betreut. Viele der 22.012 Zuschauer begrüßten sie entsprechend begeistert als „Fußballgöttin“.

Trimmel sieht neue Energie durch den Wechsel

Trotz der Niederlage bleibt die Ausgangslage für Union bei noch vier ausstehenden Spielen vergleichsweise ordentlich. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt weiterhin sechs Punkte, die Berliner dürfen also noch immer auf eine achte Bundesliga-Saison in Serie hoffen. Eta sagte entsprechend: „Die Lage ist in Ordnung. Wir sind immer noch in einer sehr guten Ausgangsposition.“

Dennoch war die Pleite nach der Niederlage gegen Schlusslicht Heidenheim ein weiterer Rückschlag. Kapitän Christopher Trimmel sah trotz des Ergebnisses positive Ansätze und sprach von einem Effekt des Trainerwechsels. „Es kommt neue Energie auf den Platz. Wenn du 26 Mal versuchst, aufs Tor zu schießen, machst du viel richtig. Die Art und Weise war echt gut heute“, sagte der Österreicher.

Union rückt international in den Fokus

Etas Beförderung hatte Union Berlin weit über den sportlichen Rahmen hinaus Aufmerksamkeit eingebracht. Auch wegen der gesellschaftlichen Bedeutung des Schritts stand der Klub plötzlich im internationalen Rampenlicht. Das Interesse beim ersten Training unter ihrer Leitung und bei der ersten Pressekonferenz war so groß wie selten zuvor bei den Köpenickern.

Wolfsburg konnte sich derweil deutlich ruhiger auf das wichtige Duell im Tabellenkeller vorbereiten. Nach dem Auswärtssieg sagte Hecking: „Es war ein erstes Lebenszeichen. Wir wissen auch, es müssen weitere kommen.“

Wolfsburg trifft zweimal aus der Distanz

Die Gäste begannen mutig und effektiv. Wimmer nutzte die Räume im Mittelfeld, zog ungehindert nach vorne und traf mit dem Außenrist zur frühen Führung. Union wirkte danach zunächst wacher, doch Ilyas Ansah vergab zwei gute Möglichkeiten. Anschließend spielte sich vieles zwischen den Strafräumen ab, klare Torraumszenen blieben bis zur Pause auf beiden Seiten rar.

Kurz nach dem Seitenwechsel schlug Wolfsburg erneut zu. Pejcinovic bekam viel Platz und erhöhte wie schon Wimmer mit einem Schuss aus der Distanz. In der Folge übernahm Union immer mehr die Kontrolle, drängte den VfL zurück und erspielte sich zahlreiche Chancen. Burke verkürzte spät verdient auf 1:2, doch auch in der Schlussphase blieben weitere gute Gelegenheiten ungenutzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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