Lokales

Lagarde warnt: Iran-Krieg dürfte die Inflation anheizen

Mit den Ölpreisen steigen die Preise im Euroraum. Damit wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank, die Zinsen anzuheben. Präsidentin Lagarde sieht erhebliche Inflationsgefahren.

17.04.2026, 16:28 Uhr

Kurz vor der nächsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor neuen Inflationsrisiken durch den Krieg im Nahen Osten gewarnt. Bei einer Veranstaltung des Internationalen Währungsfonds in Washington erklärte sie, dass sich der Konflikt kurzfristig vor allem über steigende Energiepreise spürbar auf die Teuerung auswirken werde. Wie stark die Folgen auf mittlere Sicht ausfallen, hänge jedoch davon ab, wie lange und wie heftig der Konflikt andauere.

Gleichzeitig belastet der Krieg nach Einschätzung Lagardes auch die wirtschaftlichen Perspektiven. Die Risiken für das Wachstum seien kurzfristig eher nach unten gerichtet. Der Konflikt erhöhe die Unsicherheit deutlich, sagte sie. Die EZB beobachte die Entwicklung genau und wolle sich vor der nächsten Sitzung am 30. April nicht frühzeitig auf einen bestimmten Kurs bei den Leitzinsen festlegen.

Inflation bereits spürbar gestiegen

Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Anstieg der Ölpreise hat die Inflation im Euroraum bereits merklich nach oben getrieben. Nach jüngsten Angaben von Eurostat lagen die Verbraucherpreise im März um 2,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Damit erreichte die Inflation den höchsten Stand seit Juli 2024 und liegt klar über dem mittelfristigen EZB-Ziel von zwei Prozent. Im Februar hatte die Rate noch 1,9 Prozent betragen.

An den Finanzmärkten wächst daher die Erwartung, dass die EZB ihre Leitzinsen im weiteren Jahresverlauf anheben könnte. Zuletzt hatte sie den Satz bei 2,0 Prozent belassen. Lagarde betonte, dass die Notenbank im Bedarfsfall bereit sei zu reagieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen