Borussia Mönchengladbach hat im Kampf um den Klassenerhalt einen fast schon sicher geglaubten Heimsieg noch aus der Hand gegeben. Gegen den FSV Mainz 05 reichte es für die Mannschaft vom Niederrhein nur zu einem 1:1 (1:0), nachdem Nadiem Amiri in der 90.+8 Minute per Elfmeter den Ausgleich erzielte. Zuvor hatte Joe Scally die Gastgeber bereits früh in Führung gebracht. Danach versäumte es Gladbach jedoch, den Vorsprung konsequent auszubauen.
Vier Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung der Borussia auf den Relegationsrang fünf Punkte. Mainz durfte sich dagegen nur wenige Tage nach dem enttäuschenden Aus in der Conference League über einen wichtigen späten Punktgewinn freuen. Mit nun acht Zählern Abstand auf Platz 16 dürfte der FSV im Abstiegskampf kaum noch in ernste Gefahr geraten.
Hohe Bedeutung für Gladbach
Vor der Partie hatte Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder die enorme Tragweite des Spiels betont. Nach den Siegen von Bremen und Wolfsburg am Samstag war der Druck auf die Borussia zusätzlich gewachsen.
Vor 50.245 Zuschauern im Borussia-Park begann Gladbach entsprechend engagiert. Bereits in der siebten Minute traf Scally nach einer ansehnlichen Kombination über Haris Tabakovic und Hugo Bolin präzise ins linke untere Eck zur Führung.
Nach der Führung zu passiv
Die frühe Führung brachte den Gastgebern jedoch kaum Stabilität. Wie schon mehrfach in dieser Saison zog sich das Team von Trainer Polanski weit zurück und entwickelte offensiv nur noch wenig Durchschlagskraft. Dadurch blieb Mainz in der Partie, obwohl den Gästen die Enttäuschung und die Müdigkeit nach dem 0:4 in der Conference League gegen Racing Straßburg noch anzumerken waren.
FSV-Coach Urs Fischer hatte den Auftritt seiner Mannschaft nach dem Europapokal-Aus ungewöhnlich deutlich kritisiert und eine klare Reaktion gefordert. Diese war in Sachen Einsatz durchaus zu erkennen, auch wenn Mainz zunächst die nötige Konsequenz im letzten Drittel vermissen ließ.
Chancen auf beiden Seiten
Trotz viel Ballbesitz der Gäste hätte Gladbach die Führung nach etwas mehr als einer halben Stunde ausbauen müssen. Doch Castrop schoss aus aussichtsreicher Position seinen am Boden liegenden Mitspieler Nico Elvedi an. Kurz nach dem Seitenwechsel bot sich ihm die nächste große Gelegenheit, diesmal scheiterte er an Mainzer Keeper Daniel Batz.
Weil Mainz nach der Pause mutiger wurde, entwickelte sich eine offenere Partie. Gladbach bekam dadurch Räume für Konter, spielte diese Möglichkeiten aber nicht sauber genug zu Ende.
VAR nimmt Mainz zunächst den Treffer
In der Schlussphase erhöhte Mainz den Druck deutlich. Rund 20 Minuten vor Schluss vergab Phillip Tietz per Kopf. In der 88. Minute jubelten die Gäste dann über den vermeintlichen Ausgleich durch den eingewechselten Nelson Weiper, doch dem Treffer ging eine Abseitsstellung voraus. Nach VAR-Überprüfung blieb es deshalb zunächst beim 1:0.
Amiri trifft tief in der Nachspielzeit
Als alles auf einen Gladbacher Heimsieg hindeutete, verursachte Yannik Engelhardt in der Nachspielzeit mit einem Foul an Philipp Mwene einen Elfmeter. Amiri übernahm Verantwortung, blieb vom Punkt nervenstark und verwandelte in der 90.+8 Minute zum 1:1-Endstand. Für Gladbach ist das Remis ein bitterer Rückschlag, Mainz nimmt einen späten, aber verdienten Punkt mit.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion