Alexander Zverev hat das Finale der BMW Open in München deutlich verpasst. Der beste deutsche Tennisspieler unterlag im Halbfinale dem stark aufspielenden Italiener Flavio Cobolli mit 3:6, 3:6 und war in nur 69 Minuten chancenlos. Damit verpasste der Weltranglistendritte nicht nur den Einzug ins Endspiel, sondern auch die Gelegenheit, sich mit einem vierten Titel zum alleinigen Rekordsieger des Turniers zu machen.
Vor rund 6.500 Zuschauern erwischte Cobolli einen nahezu perfekten Tag. Der Davis-Cup-Sieger setzte Zverev von Beginn an massiv unter Druck und glänzte mit insgesamt 32 direkten Gewinnschlägen, davon allein 20 im ersten Satz.
Emotionale Szenen nach dem Match
Nach seinem Erfolg brach Cobolli in Tränen aus und versteckte sein Gesicht zunächst hinter einem Handtuch. Später erklärte der 23-Jährige den bewegenden Hintergrund: Am Freitag war ein enger Freund aus seinem Tennisclub gestorben.
„Ich widme ihm dieses Match“, sagte Cobolli. „Ich habe während der gesamten Partie an ihn gedacht. An einem sehr schweren Tag habe ich einen Weg gefunden, weiterzukämpfen. Der Einzug ins Finale bedeutet mir unglaublich viel.“
Zverev erneut im Halbfinale gescheitert
Auch für Zverev hätte der Finaleinzug große Bedeutung gehabt. Neben der Chance auf einen Rekordtitel war es für ihn bereits das fünfte Halbfinale in diesem Jahr — und zum fünften Mal schied er dort aus. Dass sonst kein anderer Profi 2026 auf der ATP-Tour so oft in einer Vorschlussrunde stand, dürfte für ihn kaum ein Trost sein.
Gegen den Spieler aus Florenz fand Zverev nie richtig ins Match. Schon früh geriet er unter Druck, besonders beim entscheidenden Break zum 1:3 im ersten Satz, als Cobolli ihn unter anderem mit zwei gelungenen Stopps aus dem Rhythmus brachte.
Zverevs Warnung vor dem Spiel bewahrheitete sich
Bereits vor der Partie hatte Zverev vor den Qualitäten seines Gegners gewarnt.
„Er ist ein junger Spieler, der auch sehr, sehr wild sein kann. Wenn er gut spielt, kann er sehr, sehr gut spielen.“
Genau das zeigte Cobolli eindrucksvoll. Im zweiten Satz nahm er Zverev direkt zu Beginn den Aufschlag ab und schaffte später ein weiteres Break zum 5:2. Zwar gelang dem Deutschen anschließend noch einmal das Re-Break, doch am Ende brachte der an Nummer vier gesetzte Italiener den Sieg sicher ins Ziel.
Cobolli, der 2025 bereits das ATP-500-Turnier in Hamburg gewonnen hatte und in diesem Jahr auch in Acapulco triumphierte, steht damit im Finale von München. Dort trifft er am Sonntag auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem US-Amerikaner Ben Shelton und dem slowakischen Qualifikanten Alex Molcan.
Nächste Chance für Zverev in Madrid
Zverev muss damit weiter auf sein erstes Finale in diesem Kalenderjahr warten. Schon bei den Australian Open war im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz nach einem dramatischen Match Schluss. Auch bei den Masters-Turnieren in Indian Wells, Miami und Monte-Carlo scheiterte er jeweils am Weltranglistenersten Jannik Sinner.
Seine nächste Gelegenheit bietet sich in der kommenden Woche beim Masters in Madrid.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion