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Nach tödlichem Schuss bei „Rust“: Zivilprozess gegen Alec Baldwin rückt näher

Eine Kamerafrau kommt beim Dreh des Westerns «Rust» durch einen Schuss ums Leben. Ein Strafprozess gegen Alec Baldwin wurde 2024 eingestellt. Doch nun kommt auf den Schauspieler eine Zivilklage zu.

18.04.2026, 02:54 Uhr

Der US-Schauspieler Alec Baldwin muss sich nach dem tödlichen Vorfall am Set des Westerns „Rust“ auf eine Zivilklage einstellen. Der Beleuchter Serge Svetnoy, der damals an der Produktion beteiligt war, wirft Baldwin als Hauptdarsteller und Produzent unter anderem Fahrlässigkeit vor und verlangt Schadenersatz.

Nach Angaben des Anwalts des Klägers könnte das Verfahren im Oktober beginnen. Allerdings ist auch weiterhin eine außergerichtliche Einigung möglich, mit der ein Prozess noch vermieden werden könnte.

Tödlicher Vorfall bei Dreharbeiten

Bei den Dreharbeiten zu „Rust“ im Oktober 2021 wurde die Kamerafrau Halyna Hutchins im US-Bundesstaat New Mexico tödlich verletzt. Aus einer Requisitenwaffe, die Baldwin in der Hand hatte, löste sich ein Schuss. Der Regisseur Joel Souza wurde dabei ebenfalls getroffen und an der Schulter verletzt.

Spätere Ermittlungen ergaben, dass sich in dem Colt scharfe Munition befand.

Strafverfahren gegen Baldwin beendet

Gegen Baldwin war zunächst wegen fahrlässiger Tötung Anklage erhoben worden. Im Juli 2024 wurde das bereits laufende Strafverfahren jedoch überraschend eingestellt. Die Verteidigung hatte der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Beweismaterial zurückgehalten zu haben.

Die für die Waffensicherheit am Set verantwortliche Waffenmeisterin war zuvor wegen fahrlässiger Tötung zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Bis heute ist ungeklärt, wie die echte Munition überhaupt an den Drehort gelangen konnte. Sowohl Baldwin als auch die Waffenmeisterin hatten jede persönliche Verantwortung zurückgewiesen.

Kläger schildert schwere psychische Belastung

Svetnoy hatte seine Klage bereits kurz nach dem Vorfall eingereicht. Nun hat ein Richter in Los Angeles den Weg für das Verfahren freigemacht.

Der Kläger erklärt, das Projektil sei dicht an seinem Gesicht vorbeigeflogen. Außerdem habe er Hutchins nach dem Schuss am Boden liegend in den Armen gehalten und mit ansehen müssen, wie sie starb. Dieses Erlebnis habe ihn schwer traumatisiert.

In seiner Klage verweist Svetnoy auf mehrere mögliche Sicherheitsverstöße. Dazu zählt er unter anderem, dass sich scharfe Munition am Set befand und dass Baldwin die Waffe auf eine Person gerichtet habe.

Bereits mehrere Zivilverfahren

Im Zusammenhang mit dem Vorfall gab es bereits weitere Zivilklagen gegen Baldwin und andere Produzenten von „Rust“.

Der Witwer der getöteten Kamerafrau, Matthew Hutchins, hatte sich mit Baldwin bereits außergerichtlich auf eine Entschädigung geeinigt. Auch die Eltern und eine Schwester von Halyna Hutchins forderten Schadenersatz.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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