Handydaten der Angeklagten im Fall Fabian vor Gericht vorgestellt
Im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian, der im Oktober vergangenen Jahres getötet wurde, hat das Landgericht Rostock neue Erkenntnisse aus der Auswertung des Mobiltelefons der Angeklagten gehört. Nach Angaben des zuständigen Polizeibeamten und Digitalforensikers nutzte die 30-Jährige ihr Handy in einem Zeitraum von viereinhalb Tagen außergewöhnlich intensiv. Demnach verschickte sie rund 1.100 Sprachnachrichten, führte 207 Telefonate und griff mehr als 3.100 Mal auf Messengerdienste zu.
Die Untersuchung von WhatsApp-Nachrichten und gespeicherten Fotos habe unter anderem ergeben, dass die Angeklagte am 10. Oktober 2025 ihr Auto säuberte. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft wurde Fabian an diesem Tag an einem Teich bei Klein Upahl im Landkreis Rostock getötet; anschließend sei sein Leichnam nahezu vollständig verbrannt worden. Als die Leiche vier Tage später entdeckt wurde, habe die Frau gegenüber der Polizei jedoch erklärt, sie habe das Fahrzeug schon lange nicht mehr gereinigt.
Bemerkung über "Brandleiche" sorgt für Aufmerksamkeit
Besondere Bedeutung bekam im Gericht auch ein Chat vom 13. Oktober, also einen Tag vor dem Fund des Leichnams. Darin schrieb die Angeklagte mit einem Bekannten, der inzwischen als Zeuge ausgesagt hat. Thema war eine Suchaktion der Polizei am Inselsee, nachdem Spürhunde dort angeschlagen hatten. Laut den vorgelegten Nachrichten brachte die Angeklagte dabei von sich aus ins Gespräch, dass Wasserleichen keine DNA-Spuren aufwiesen und auch bei Brandleichen nur wenige DNA-Spuren vorhanden seien.
Der Vorsitzende Richter bezeichnete den Hinweis auf eine Brandleiche als auffällig, da er ohne erkennbaren Anlass gefallen sei. Auch der Digitalforensiker erklärte, der Begriff sei damals erstmals von der Angeklagten selbst verwendet worden. Zudem ergab die Auswertung der Kameraaufnahmen ihres Fahrzeugs, dass sich ihr Auto am 10. Oktober vor Fabians Wohnung in Güstrow befunden haben soll.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion